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Die Technologie des 22.
Jahrhunderts - Teil 1
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(Auszug
aus Star Trek Times 4/02)
Mit Enterprise, einer Serie die 100 Jahre vor der bislang bekannten Geschichte von Star Trek angesiedelt ist, ergeben sich zahlreiche Kontinuitätsprobleme. Um die Serie glaubhaft zu gestalten, muß vor allem die Technologie des 22.Jahrhunderts entsprechend "primitiv" wirken. Es leuchtet allerdings auch ein, daß dies wohl kaum eine Rückkehr zu den kahlen grauen Wänden und den klobigen Tricordern mit Bildröhre wie seinerzeit in der originalen Serie (TOS) bedeuten kann. Fertigungstechniken und Spezialeffekte haben sich in den letzten 30 Jahren sehr weiterentwickelt, und dem trägt die neue Serie Rechnung. Daß die Technologie des 22. Jahrhunderts tatsächlich weniger weit entwickelt ist, muß sich daher eher in ihren Eigenschaften zeigen, indem sie entsprechend langsamer, weniger leistungsfähig oder auf andere Weise unterlegen sein sollte.
Dieser Artikel analysiert die Technologie in Enterprise in Hinblick auf die technische Plausibilität und Kontinuität. Leichte Spoiler inbegriffen!
Energie & Antrieb
Warpkern
Trip Tucker betätigt, daß auch der Warpkern der Enterprise NX-01 mit Materie und Antimaterie betrieben wird (ENT: "Der kalte Krieg"), also nach genau demselben Prinzip wie immer noch 200 Jahre später. Ein Unterschied scheint allerdings zu sein, daß der Warpkern der NX-01 nicht ausgestoßen werden kann, denn dies wäre eine Option in "Der kalte Krieg" gewesen, als eine Kaskadenreaktion auftrat, die beinahe zur Zerstörung des Schiffs geführt hätte. Wenn wir Archers wiederkehrenden Beschwerden, daß die Vulkanier wichtige Technologien zurückhielten, mit einbeziehen, dann könnten wir sogar annehmen, daß Zefram Cochrane schon 2063 für seine Phoenix Antimaterie verwendet hat - obwohl er schon arge Probleme hatte, an vergleichsweise häufige Materialien wie Titan zu kommen. Da auch in VOY: "Friendship One" zumindest die Technologie erwähnt wird (wir können nicht sicher sein, ob die Sonde tatsächlich Antimaterie an Bord hatte), war es wohl tatsächlich die Intention der Autoren, daß schon immer eine Materie-/Antimaterie-Reaktion für den Warpantrieb verwendet wurde. Trotzdem paßte es wohl besser, wenn die NX-01 den ersten (von Menschen gebauten) solchen Reaktor hätte, denn dies könnte den enormen Geschwindigkeitsunterschied (konventionell: Warp 1.8, Enterprise: Warp 5) erklären.
Warpantrieb
Enterprise ist für eine Höchstgeschwindigkeit von Warp 5 gebaut. Dies
entspricht 125-facher Lichtgeschwindigkeit nach der alten TOS-Skala oder 214c
nach der TNG-Skala. Die Umrechnungen in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" bestätigen
, daß tatsächlich die TOS-Skala verwendet worden ist, wo der Warpfaktor die
dritte Wurzel aus dem Vielfachen der Lichtgeschwindigkeit ist. Dies ist auch
viel plausibler, da wir nicht erwarten würden, daß die Skala zweimal (hin und
zurück) geändert würde (oder sogar dreimal, wenn wir an die Warp 13 aus TNG:
"Gestern, Heute, Morgen" glauben). Immerhin bleibt noch eine geringe
Erhöhung von TOS-Warp 5 auf TOS-Warp 6 übrig, die in den nächsten 100 Jahren
bis 2264 stattfinden wird.
Anders als der Rest des Schiffs haben die Warptriebwerke immerhin einen "Retro-Look". Sie fügen sich gut zwischen Cochranes Phoenix und der U.S.S. Enterprise NCC-1701 ein. Zwar ist das blaue Plasma anders als bei der NCC-1701 sichtbar, aber dies allein läßt die NX-01 sicher nicht fortschrittlicher aussehen. Es könnte viele Gründe geben, warum von allen Schiffen die originale Constitution-Klasse kein leuchtendes Plasma zeigte und der Umbau (von 2271, "Star Trek: Der Film") auch nur ein schwaches Glimmen.
Impulsantrieb Die
Größe des Impulsantriebs verrät kaum etwas über dessen Technologie.
Scheinbar unabhängig vom Alter der Schiffsklasse gibt es solche mit riesigen
Düsen (Enterprise-B, Sovereign) oder aber mit winzigen (Constitution, Galaxy,
Intrepid). Bei der NX-01 überrascht es eher, daß es vier statt nur zwei
Triebwerke gibt, was wie ein unnötig kompliziertes Design aussieht (und seinen
realen Grund natürlich darin hat, daß die Akira auch vier davon hat). Neben
höherer Beschleunigung bringen die beiden zusätzliche Triebwerke lediglich
Redundanz mit ein.
Reaktionskontrolltriebwerke
Nichts am Reaktionskontrollsystem (RKS) muß besonders fortgeschritten sein. Das
Prinzip hat sich vom Apollo-Raumschiff aus dem 20. Jahrhundert bis zum 24.
Jahrhundert kaum geändert. Nur die Enterprise NCC-1701 hatte keine sichtbaren
RKS-Triebwerke, obwohl sie auch dort erforderlich gewesen wären. Es ist gut,
daß dieser Fehler bei der NX-01 nicht wiederholt wird. Wie bei
Föderationsraumschiffen späterer Jahrhunderte üblich, sind die RKS-Triebwerke
um die Untertassensektion herum angeordnet.
Deflektor
Der Deflektor dient dazu, ein schwaches Kraftfeld vor dem Schiff zu generieren,
da andernfalls Partikel den Rumpf durchschlagen und dabei schwere Schäden
anrichten könnten. Wir wissen von einigen Schiffsklassen wie der Miranda oder
der Constellation, daß sie keine sichtbare Deflektorschüssel haben, aber
trotzdem muß es auch dort einen Generator geben, der ein Kraftfeld projizieren
kann. Es war eine logische Entscheidung, der NX-01 einen sichtbaren Deflektor zu
geben, und schon in ENT: "Aufbruch ins Unbekannte" stellt Reed dessen Bedeutung
heraus. Wir können nur hoffen, daß der Deflektor in Enterprise insofern
"primitiv" bleibt, daß er nicht, wie seit TNG: "In den Händen
der Borg", immer wieder als Universalwaffe eingesetzt wird.
Interessanterweise ist der Deflektor der NX-01 ein Hybrid aus der oft
belächelten Kupferschüssel der NCC-1701 und dem blau beleuchteten Deflektor
späterer Schiffe.
Computer & Kommunikation
Subraumfunk In TOS: "Spock
unter Verdacht" wurde explizit erwähnt, daß der Friedensvertrag zwischen
Menschen und Romulanern über Subraumfunk (allerdings nur Audio) ausgehandelt
worden sei. Das war im Jahr 2161. Wir wissen daher, daß Subraumkommunikation im
22. Jahrhundert schon existiert haben muß. Auf der anderen Seite sendete die
U.S.S. Horizon einen Notruf mit normalen EM-Wellen, der dann über 100 Jahre
brauchte, bevor er empfangen wurde. Entweder war die Horizon noch nicht mit
Subraumfunk ausgestattet (der vielleicht nur in großen Anlagen auf Planeten
installiert werden konnte), oder aber der Sender wurde beim Unfall zerstört. In
VOY: "11:59" erzählt Harry allerdings von einem Vorfahren, dessen
Schiff um 2210 immer noch keinen Subraumfunk hatte. Vielleicht können wir dies
(wie auch die Tatsache, daß es sich um ein Schläferschiff handelte) damit
erklären, daß die Distanz einfach zu groß war. Ein berechtigter Einwand ist
allerdings, daß man einfach Subraumverstärker hätte abwerfen können.
Vielleicht hat sich Harry auch nur um etliche Jahre vertan.
Subraumkommunikation war spätestens während TOS und TNG der Standard, nur die Geschwindigkeit des Signals (von Echtzeitgesprächen bis zu tagelanger Verzögerung) schien eher vom Drehbuch abzuhängen als von der tatsächlichen Distanz. Zumindest teilweise kann man dies dadurch erklären, daß das Subraumsignal, anders als ein EM-Signal, sich nicht mit konstanter Geschwindigkeit fortpflanzt, sondern es davon abhängt, wie "tief" es im Subraum liegt (TNG Technical Manual). Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Subraumverstärker (wie in TNG: "Aquiel"), die für schnelle Kommunikation zumindest in bestimmten Gebieten sorgen.
Zur Zeit von Enterprise gibt es noch keine Subraumstationen, die die Kommunikation von Enterprise zur Erde vereinfachen bzw. beschleunigen könnten. Immerhin ist ja Enterprise das erste irdische Schiff, das in die Tiefen des Weltraums vorstößt. Archer erwähnt Admiral Forrest gegenüber, daß geplant sei, Subraumverstärker auszusetzen, die "den Empfang ein bißchen klarer machen" würden. Ironischerweise ist aber überlichtschnelle Kommunikation, sogar in Echtzeit, schon möglich, bevor dies geschieht. Die Autorenhinweise für Enterprise sagen vermutlich, daß überlichtschnelle Kommunikation nur möglich sei, wenn sich das Schiff mit Warp bewege. Doch schon in "Aufbruch ins Unbekannte" sendet und empfängt das Schiff Signale, während es sich im Orbit um Qo'noS befindet. Auf der anderen Seite würde es auch nicht viel helfen, wenn sich das Schiff nur mit Warp 5 bewegte, wenn wir annehmen, daß sich die Geschwindigkeit des Schiffs zu der des Signals addieren würde (anders als in der speziellen Relativitätstheorie!). Das wäre immer noch sehr weit entfernt von der in Enterprise gezeigten Echtzeitkommunikation mit der Erde. Insgesamt ist die Kommunikation in Enterprise eine sehr unglaubwürdig dargestellte Technologie, da es nicht den geringsten Fortschritt vom 22. zum 24. Jahrhundert gibt und man zudem die Chance versäumt hat zu zeigen, daß Echtzeitkommunikation erst nach dem Aussetzen der Subraumverstärker ermöglicht würde.
Kommunikator Immer
wieder wird gern als Grund für mangelnden Realismus in TOS genannt, daß
heutige Handys schon viel kleiner seien als die dicken Kommunikatoren zu Kirks
Zeiten. Dabei sind die Kommunikatoren insofern leistungsfähiger, als sie
überlichtschnelle Kommunikation mit einer Reichweite von vielen Millionen
Kilometern ermöglichen. In dieser Hinsicht gibt es keinen Grund anzunehmen,
daß die Geräte kleiner als heutige Handys sein müßten (im Gegenteil, die
heutigen Handys sind oft schon zu klein und mit durchschnittlich großen Fingern
kaum noch zu bedienen). Der Mangel an Bedienelementen bei den TOS-Kommunikatoren
kann sogar als ein Zeichen angesehen werden, daß diese Geräte
fortgeschrittener sind, da sie weniger manuelle Eingaben benötigen. Lediglich
ein Display fehlt, aber dafür hat der Landetrupp ja Tricorder (und die
Besatzung möchte die Kommunikatoren auch sicher nicht zum Spielen verwenden).
Alles in allem war es eine gute Entscheidung, den Kommunikator von TOS (wenn
auch in geringerer Größe) auch bei Enterprise zu verwenden.
Enterprise NX-01 hat auch die typischen in der Wand eingebauten Kommunikationsstationen wie auf der NCC-1701. Die Serie wird allerdings nicht unbedingt realistischer, indem diese eher sonderbare Form der Intra-Schiff-Kommunikation verwendet wird. Stattdessen wären tragbare Kommunikatoren (die schon heute auf die Größe eines TNG-Kommunikators, nur ohne Subraumsender, geschrumpft werden könnten) wesentlich praktischer, statt immer zu nächsten Station zu laufen. Auf der anderen Seite hätte dies die originale Serie nur noch älter aussehen lassen.
Universalübersetzer
Nicht nur in TOS: "Metamorphose", wo ein solches Gerät gezeigt wurde,
sondern auch in vielen anderen TOS-Episoden muß ein Universalübersetzer
verwendet worden sein. Seit TNG war dann der Übersetzer fester Bestandteil der
Schiffskommunikation, und eine kleinere Version befand sich in jedem einzelnen
Kommunikator. Der Übersetzer versagte nur sehr selten, z.B. in TNG:
"Darmok", obwohl es wenig plausibel erscheint, daß er in allen
anderen Fällen basierend auf nur wenigen Worten eine Übersetzung, noch dazu in
Echtzeit, hätte liefern können. In diesem Zusammenhang ist es eine gute Idee,
daß der Übersetzer in Enterprise zum einen ein separates Gerät ist und zum
anderen weit entfernt von der Perfektion in TOS und TNG ist, so daß oft Hoshi
Sato einspringen muß. Wir müssen allerdings abwarten, ob nicht, wie schon so
oft, die Autoren die Probleme und Einschränkungen einer Technologie mit der
Zeit vergessen.
Tricorder Da
schon heute vielfältige Sensoren z.B. für Strahlung, Gase oder Herzschlag zur
Verfügung stehen, ist es keine Überraschung, daß es im 22.Jahrhundert schon
Tricorder gibt. Es leuchtet ebenfalls ein, daß die riesigen und unhandlichen
Tricorder von TOS mit ihren winzigen Bildröhren wohl kaum als Vorbild dafür
dienen konnten. Trotzdem hätte der Tricorder des 22. Jahrhunderts durchaus ganz
anders als 200 Jahre später aussehen können und auch größer sein sollen.
Zwar ist das Argument gültig, daß der Tricorder in Enterprise durchaus weniger
leistungsfähig sein kann, auch wenn er sehr modern aussieht. Es ist jedoch auch
klar, daß tatsächlich die Autoren bestimmen, was ein Gerät kann, und sie
werden sicherlich allzu leicht den modern aussehenden Geräten den gleichen
Funktionsumfang wie den Modellen des 24.Jahrhunderts geben.
Schiffssensoren
Es macht Sinn, daß die Schiffssensoren von Enterprise NX-01 eine größere
Reichweite als die Tricorder haben. Im besonderen in ENT:
"Die Saat" sind sie in der Lage, in eine Stadt auf der Oberfläche
so weit hineinzuzoomen, daß man die Gesichter der Bewohner erkennen kann.
Prinzipiell sind Kameras dazu heute schon in der Lage. Auf der anderen Seite
gibt es aber auch noch die mysteriösen "akustischen Relais" in
derselben Episode, mit denen durch das Vakuum des Weltraums Geräusche auf einem
Planeten aufgefangen werden können. Selbst wenn dies möglich sein sollte, gibt
es wohl kaum ein Mikrofon mit so großer Richtwirkung, daß es wie eine Linse
für Licht ein Geräusch aus einer ganz spezifischen Richtung isolieren kann,
wie es in der Episode gezeigt wird. Insgesamt ist dies eine
"schlechte" Technologie, die es wahrscheinlich auch im 24. Jahrhundert
nicht geben wird.
Schiffscomputer
Computer sind vielleicht die typischsten Beispiele für Geräte, die genauso
schnell und verläßlich arbeiten, wie es der Autor will. Aus diesem Grund gibt
es keinen klaren Anhaltspunkt, was Computer des 22. Jahrhunderts können
(sollen) oder nicht. Wenn man nur das Aussehen berücksichtigt, dann waren die simplen
Bildschirmanzeigen und die "billigen" Tasten und Schalter wohl das
größte Problem, als ein neuer Look für das 22. Jahrhundert geschaffen werden
sollte. In dieser Hinsicht war es wohl kein Fehler, einen völlig neuen Stil zu
kreieren, der eher eine Brücke zwischen dem 21. und dem 24. Jahrhundert
darstellt. Was positiv auffällt, ist daß es anscheinend noch keine
"Multifunktionsstationen" gibt, deren Layout beliebig angepaßt werden
kann. Sowohl die Bedienelemente als auch die Bildschirme der einzelnen Stationen
sehen völlig unterschiedlich aus. Außerdem scheint der Computer noch keine
Spracheingabe oder -Ausgabe zu haben. Dies ist zwar nicht unbedingt eine
besonders fortschrittliche Funktion, stellt aber einen weiteren Unterschied zu
Computern des 24. Jahrhunderts dar.
Transporter, Replikator & Holodeck
Transporter
Es gibt Anzeichen, daß der Transporter nicht lange vor 2264 ("The
Cage") erfunden wurde. Der Transporter in TOS war langsam und kompliziert
zu bedienen. Einige Crewmitglieder wie McCoy (aber auch noch Dr. Pulaski 100
Jahre später) waren stets skeptisch gegenüber dieser Technologie. Wie in TNG:
"Todesangst beim Beamen" erwähnt, wurde Transporterpsychose als
Krankheit erstmals 2209 diagnostiziert. Wir können annehmen, daß es nicht
allzu lange nach der Erfindung des Transporters gedauert hat, bis diese
Krankheit auftrat. Schließlich kann das klarste Indiz in TNG: "Das
künstliche Paradies" gefunden werden, wo die Siedler, die 2168 ihre
isolierte Kolonie gegründet hatten, nichts von der Existenz der Transporters
wußten. Der Transporter der NX-01 ist der erste, der für den Transport von
Biomaterie zugelassen ist (ENT: "Aufbruch ins Unbekannte"). Es sollte klar sein,
daß es davor schon eine lange Reihe von Prototypen gegeben haben muß und daß
noch davor eine jahrelange oder jahrzehntelange Entwicklungsarbeit steckt. Dies
ist kaum mit der Aussage aus der TNG-Folge zu vereinbaren. Selbst wenn sie mehr
als zwei Jahrzehnte für die Reise gebraucht hätten, müßten die Siedler
(darunter viele Wissenschaftler) zumindest die theoretischen Anfänge der
Technologie mitbekommen haben.
Das offensichtlichste Problem des Transporters im 22. Jahrhundert ist allerdings, daß er sichtlich schneller ist als in TOS. Die Zeit vom Beginn der Dematerialisation bis zum Abschluß der Rematerialisation (ENT: "Aufbruch ins Unbekannte", "Geistergeschichten") bei bis zu drei Personen auf der Plattform (ENT: "Doppeltes Spiel") und auch für den voluminösen Reaktor in ENT: "Die Saat" beträgt immer etwa fünf Sekunden. Damit ist der Transport so schnell wie in TNG. In DS9: "Die Suche" wird eine Zeit von sechs Sekunden erwähnt. Da jeder, der auch nur etwas Erfahrung mit dem Internet hat, weiß, daß die Geschwindigkeit von der zur Verfügung stehenden Bandbreite und damit auch von der Übertragungstechnologie abhängt, führt dies zum Schluß, daß der Transporter im 22. Jahrhundert fortschrittlicher ist als 100 Jahre später, ein Stand, der erst nach weiteren 100 Jahren wieder erreicht wird. Auch wenn wir postulieren, daß beispielsweise durch Biofilter die Geschwindigkeit herabgesetzt wird, bleibt dies unerklärlich.
Eine lobende Erwähnung verdient hingegen das separate Hochbeamen und Wegbeamen des Reaktors in ENT: "Die Saat". Spätestens seit TNG ist es nämlich üblich, daß etwas von Punkt A nach Punkt B gebeamt werden kann ohne zwischenzeitliche Materialisation auf der Transporterplattform.
Replikator
Es ist immer noch umstritten, ob der "Nahrungsverteiler" der
Enterprise NCC-1701 die in der Küche zubereitete Nahrung nur an bestimmte
Stellen des Schiffs geliefert hat, oder ob es sich dabei um einen frühen
Replikator handeln könnte. Die wenig appetitliche Glibbernahrung (die man sich
höchstens als Nachtisch gefallen lassen würde), wie man sie in mehreren
TOS-Episoden sehen konnte, sieht tatsächlich so aus, als sei sie repliziert.
Trotzdem gab es sicherlich auch während TOS eine "richtige" Küche
wie später in "Star Trek: Das unentdeckte Land", allein schon um
Meutereien abzuwenden. ;-)
Was wir über die Nahrungsbereitung auf der NX-01 wissen, ist daß ein "Protein Resequencer" verwendet wird, wie Tucker in ENT: "Das Eis bricht" erklärt. Mit diesem Rohmaterial können Mahlzeiten in einer konventionellen Küche gekocht werden. Einfache Gerichte und Getränke können allerdings auch mit einem Vorläufer des Replikators zubereitet werden. In ENT: "In guter Hoffnung" bestellt T'Pol ein Glas Wasser, aber bekommt stattdessen eine braune Sauce. Da wir kein "Saucenrohrsystem" durch das Schiff erwarten würden, wird diese wohl im Gerät selbst hergestellt. Der Replikator des 22. Jahrhunderts ist damit weniger entwickelt als der des 24. Jahrhunderts, der ja bekanntlich alle Arten von molekularen Verbindungen, organisch oder nicht, herstellen kann und auch gleich das Glas zum Wasser mitrepliziert. Das einzige Problem besteht im Zusammenhang mit TOS. Vielleicht wurde tatsächlich auch ein Teil des Essens in TOS schon repliziert, und die billig aussehenden bunten "Nahrungswürfel" waren nur der Geschmack der Zeit.
Holodeck
Holodecks, die in der Lage sind, eine verblüffend realistische Landschaft zu
erschaffen, waren definitiv etwas völlig Neues in der Zeit von TNG. Man denke
nur an Rikers Begeisterung in TNG: "Der Mächtige", Picards erste
Begegnung mit dem Holodeck in TNG: "Der große Abschied" oder Lwaxana
Troi, die in TNG: "Andere Sterne, andere Sitten" von Holodecks
überhaupt nichts wußte. Der Realismus des neuen Holodecks muß einen
gewaltigen Unterschied zu dem gemacht haben, was bisher bekannt und üblich war.
Diese Eindrücke überwiegen auch gegenüber den Aussagen einiger Crewmitglieder
der Voyager, die angeblich Holodecks mit dem Flotter-Programm aus ihrer Kindheit
schon kannten. Vielleicht handelte es sich dabei aber nur um simple
Projektionen.
Enterprise jedoch datiert die gesamte Holotechnologie in all ihrer Perfektion um 200 Jahre vor, indem sie ausgerechnet den Klingonen überlassen wird. Die Technologie der Xyrillianer hat schon alles, was die Holodecks des 24. Jahrhunderts auszeichnen wird. Es erscheint wie eine billige Ausrede, daß dieses frühe Holodeck noch keine interaktiven Charaktere beinhaltet. Verglichen mit dem immensen Aufwand, Dinge in Perfektion darzustellen und in Echtzeit zu animieren und berührbar zu machen, wären Charaktere ein wirklich geringes Problem. So wie es in der Episode ENT: "In guter Hoffnung" gezeigt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, daß die Föderation volle 213 Jahre brauchen wird, um das Holodeck der Xyrillianer nachzubauen (oder, noch einfacher, die Technologie irgendwo zu erwerben, z.B. auch von den Aliens in "Oasis").
Teil 2 |
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![]() | Last modified: 07.11.07 | |
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